WWDC 2013: OSX 10.9 Mavericks und iWork for iCloud

Auf der Worldwide Developer Conference 2013 kündigte Apple viele Softwareneuerungen für den Mac an. Neben dem Update von OSX auf die Version 10.9, welche mit dem Namen Mavericks die lang gepflegte Tradition der Katzennamen vorerst beendet, schafften es auch einige beliebte Apps endlich eine Version für den Mac zu erhalten. So hält nun beispielsweise iBooks, welches es lange Zeit nur auf iOS gab, endlich Einzug in Apples neues Betriebssystem für den Mac. Ebenso erhält nun auch Maps, die ursprünglich mit iOS6 eingeführt wurde, eine eigene Umsetzung.

Aber nicht nur bisher iOS exklusive Apps waren Thema auf der WWDC 2013. Auch alteingesessene Programme wie Safari erhielten eine rundum Erneuerung. So soll die neue Safari App neben der optischen Überarbeitung auch deutlich energieeffizienter sein. Sobald das Fenster von Safari beispielsweise von einer anderen App überlagert wird, sinkt die Hardwarebeanspruchung des Browsers auf ein Minimum. Das dürfte vor allem die MacBook user freuen.
OSX Mavericks taggingFür die Poweruser dürften die Veränderungen im Finder nützlich sein. Für viele galt er als veraltet und dem Ende nahe. Aber mit dem Update kamen nun Tabs und Tags dazu. Das erleichtert die Dokumentenorganisation deutlich. Für viele User werden damit die Apps wie „xtra Finder“ oder „Tags“ übreflüssig.

Weiterhin bekommt iWork eine neue, dritte Variante spendiert, nämlich „iWork for iCloud“, die komplett im Browser stattfindet. Dabei hat Apple besonderen Wert auf eine gute Kompatibilität gelegt. Folglich kann man iWork dann auf Mac sowie PC nutzen und es ist – so wie die Desktop Version – auch in der Lage Microsoft Office Dokumente zu bearbeiten. iWork for iCloud soll nicht nur mit Safari, sondern mit allen gängigen Internetbrowsern funktionieren, sogar mit dem Internet Explorer auf Windows.

Die Cookiegate Affäre – Google hackt Sicherheitseinstellungen von iOS Geräten

„Cookiegate“, in Anspielung auf die Watergate Affäre nennt Greg Sterling die das blaue Auge, das sich Google mit seinem Fehlverhalten geholt hat. Nach einem Bericht des Wall Street Journal hat Google Sicherheitseinstellungen von Nutzern des Safari Browsers mit einem Hack umgangen um sie entgegen der Einstellungen beim Surfen verfolgen zu können. Betroffen sind Anwender, die Safari auf iOS und Mac OSX benutzen.

Zusammen mit einer Werbefirma hat Google einen Code genutzt, der auf dem Gerät ein unerlaubtes Cookie einschleust. Der Hack täuscht dem Browser vor, daß der Nutzer ein Formular ausgefüllt hätte und das Cookie nun erlaubt sei. Werkseitig sind alle Apple-Geräte so eingestellt, daß sie solche Cookies nicht zulassen. Als der Vorfall bekannt wurde, hat Google den Code wieder deaktiviert. Nur Stunden nach dem Erscheinen des Artikels ging bei der US-Amerikanischen Sicherheitsbehörde FTC eine Beschwerde ein und der Kongress sowie Verbraucherverbände forderten eine Erklärung dazu.safari_cookies.png

Google wurde buchstäblich mit der Hand in der Keksdose erwischt. Als Erklärung für das Verhalten wurde von der Suchmaschine erläutert, dass man einen Weg gesucht habe, die +1 Buttons von Werbeanzeigen in Safari funktionsfähig zu machen, die ohne das Tracking nicht richtig funktionieren. Google beteuert, dass die Werbe-Cookies keine persönlichen Informationen sammelten.

Darüber hinaus würde sich Apple (lt. John Battelle) von der üblichen Internetpraxis abwenden und dem Nutzer solche Voreinstellungen aufdrängen („privacy paternalism“). Google hätte nur die normale Praxis des Internets wieder hergestellt – die „normal web practice“.

Update 22.02.2012:

Inzwischen wurde in den USA von einem Safari-Nutzer Klage gegen Google wegen Verletzung der gesetzlich geschützten Privatsphäre eingereicht. Der Internetgigant beteuert nach wie vor, seine Unschuld da er nur „bekannte Mechanismen“ benutzt hätte, Safari dazu zu bringen, wie andere Browser zu funktionieren.

Dennoch bleiben Fragen offen wie z.B. dass der fragliche Programmcode direkt nach dem Erscheinen des ersten Berichtes deaktiviert wurde und warum eine Informationsseite von Google deaktiviert wurde, in der beschrieben wird, dass Safari-Nutzer mit den Werkseinstellungen nicht von Google verfolgt („tracked“) werden.

Aperture 3 – Schlagworte aus mehreren Bildern gleichzeitig entfernen

Wer mit großen Mengen an Dokumenten oder Bildern arbeitet, kommt irgendwann an einen Punkt, die Arbeit mit Schlagworten (Tags) hilfreich ist. Nun war es auch bei mir so, dass ich von iPhoto nach Aperture umgezogen bin und mir eine schöne Projekt- und Galeriestruktur aufgebaut habe. Flugs noch alle Bilder mit Tags versehen um mit „intelligenten Alben“ arbeiten zu können und die Sache war geritzt.

So einfach wars dann doch nicht, weil das Hinzufügen und vor allem das Entfernen von Tags alles Andere als intuitiv ist. Mein erster Ansatz war, in den Metadaten das Feld „Schlagworte“ anzeigen zu lassen und darin dieselben zu ändern. Wenn man aber mehrere Bilder markiert hat, wird aber trotzdem nur ein einziges Bild geändert. Meine Recherchen nach dem „richtigen“ Weg hat folgendes ergeben:

Schlagworte (Tags) hinzufügen

  1. Die gewünschten Fotos markieren (⇧-Klick oder ⌘-Klick)
  2. Schlagwort-Palette einblenden: Menü „Fenster“ > „Schlagwörter einblenden“ // oder ⇧D
  3. Auf die Schlagworte Klicken, die den markierten Bildern hinzugefügt werden sollen.
So weit so gut. Ich hätte erwartet, dass beim nochmaligen Klick auf das hinzugefügte Schlagwort, dasselbe wieder entfernt würde. Eine Lösung dafür, die im Internet herumgeistert ist: Das Schlagwort in das kleine Feld eingeben und ⇧↵ Drücken. Schon etwas merkwürdig umständlich. Das brachte mich auf die Idee, ob es auch mit ⇧-Klick geht. Es geht.

Schlagworte (Tags) entfernen

  1. Die gewünschten Fotos markieren (⇧-Klick oder ⌘-Klick)
  2. Schlagwort-Palette einblenden: Menü „Fenster“ > „Schlagwörter einblenden“ // oder ⇧D
  3. Auf die zu entfernenden Schlagworte mit gedrückter ⇧-Taste Klicken.
Das Entfernen funktioniert auch, wenn nicht alle ausgewählten Bilder das Schlagwort enthalten, sondern nur einige.

iWork Quo Vadis?

Nun da das neue OSX einige Wochen raus ist, gibt es in manchen Foren heftige Diskussionen zu der einen oder anderen Neuerung.

Neu ist zum Beispiel, dass Features wie „Autosave“ oder „Versions“ nicht mehr im Programm selbst verankert sind sondern im Betriebssystem. Das Programm selbst, z.B. Pages muss dieses Feature lediglich „unterstützen“. Auf diesem Weg wird auch MS Office mit einem der nächsten Updates in den Genuss des Autosave kommen, wie es von Microsoft angekündigt wurde.

Solche Neuerungen bedeuten, dass Änderungen am Betriebssystem auch die Funktionalität von einzelnen Programmen stärker beeinflusst als es in der Vergangenheit üblich war. In dem ausführlichen Bericht von Ars Technica zu OSX Lion finden sich noch eine Reihe solche Neuerungen.

Z.B. werden Programme vom Betriebssystem selbständig geschlossen oder offen gehalten, auch wenn der Nutzer diesen Befehl nicht gegeben hat. Diese Eigenstädigkeit dient angeblich der Performance-Verbesserung indem offene, aber nicht benutzte Programme im Hintergrund geschlossen werden – oder eben, wenn es die Leistungsreserve erlaubt, für einen schnelleren Start im Hintergrund offen gehalten werden, auch wenn der Nutzer den Befehl zum schließen gegeben hat.

Darüber hinaus waren in der Betaversion von Lion die kleinen Punkte im Dock nicht mehr vorhanden, anhand denen man ablesen kann ob das betreffende Programm geöffnet oder geschlossen ist.

Numbers Pages Keynote im Dock
Geöffnete und nicht geöffnete Programme im Dock

Abgesehen von einigen Sicherheitsfragen (wenn z.B. der Internetbrowser unwissend weiter läuft) deuten diese Implementierungen – oder besser gesagt Explantierungen – auf einen stärkeren iOS-Bezug hin als ich es gedacht hätte. In nicht alzu ferner Zukunft dürfte dann das iPad-Verhalten bezüglich Apps auch auf dem Mac der Standard sein:

  • Es gibt für den User keine offenen oder geschlossenen Programme mehr. Er nutzt seine Programme einfach ohne sich Gedanken darüber machen. Gleiches gilt für Dateien.
  • Der User muss nichts mehr manuell sichern. Jede Veränderung wird gespeichert.

Das hört sich doch recht solide und angenehm an. Man kann sich voll und ganz auf sein Dokument konzentrieren und ist besser gegen Datenverlust geschützt.

Allerdings erhalten damit einige Dinge Einzug auf dem Mac, die ich auf meinem iPhone und iPad als unausgereift erachtet habe oder den Beschränkungen des Mobilgerätes zugeschrieben hatte. Primär geht es dabei um den workflow, der auf dem Mac deutlich effizienter ist als auf den Mobilgeräten:

Wie soll das wechseln zwischen „offenen“ Programmen mit ⌘TAB funktionieren, wenn es keine offenen Programme gibt? In iOS hält dafür die Liste der zuletzt benutzten Programme her, die wird aber sehr schnell sehr lang und unübersichtlich.

Geöffnete Dateien bekommen ein neues „zuletzt gespeichert“ Datum auch dann, wenn man sie nicht geändert hat oder wieder zur letzten Version zurückkehrt. Klickt man durch die Blätter in einer Numbers Datei, wird das von Autosave bereits als Änderung erkannt. Das ist nicht nur für die Dateisuche relevant. Auch DropBox fängt an zu synchronisieren obwohl sich nichts geändert hat. Greifen mehrere Nutzer auf eine Datei zu, entstehen Synchronisierungskonflikte durch „falsche“ lokal gespeicherte Versionen.

Auch das Speichern einer Datei unter einem neuen Namen ist umständlicher geworden. Man kann sie nicht mehr in einem Arbeitsgang speichern sondern muss sie duplizieren, speichern und die Ursprungsdatei schließen.

Diese Kleinigkeiten summieren sich ganz schön auf. Abgesehen von Autosave, welche nutzbaren Vorteile bekommt der User eigentlich dafür?

10.7.0 – Der Löwe hat’s gefressen

Oder auch: Who moved my cheese? Bei Neuerungen tut sich der Mensch bekanntlich oft schwer, auch wenn es Veränderungen zum Positiven sind. Je mehr man über die Dinge aufgeklärt wird, umso besser kommt man durch die Anpassungskurve. Hier einige Infos zu Dingen, die in der neuen Version des Betriebssystems nicht mehr zu finden sind. Weiterlesen